Lenart"Woran mag es liegen, dass das Leben nicht so verläuft wie man es sich wünscht, dass es nicht so leicht getan ist wie gesagt?"-Wir sind Menschen und keine Engel. Menschen müssen ihre Fehler machen, um daraus zu lernen.
Während mein Blick schweigend auf dem See lag, atmete ich die Ruhe um mich herum ein. Mein Blick fiel auf ein paar winzige Seerosenblätter die friedlich auf der glatten Wasseroberfläche des Sees lagen und sich im glänzend schimmernden Wasser spiegelten. Ab und zu spielte der milde Frühlingswind mit den noch hauchzarten Blättern.
"Auch ein Leben das sich auf seine Art spiegelt." dachte ich und ich fühlte wie sich die Melancholie in mir ausbreiten wollte. "Ich lasse mich nicht die Ruhe des Augenblicks nehmen."
Der Blick verweilte auf dieser Schönheit, während die Gedanken lebendig in die Ferne zogen. Ich konnte ihn spüren, den Frühling. Ich konnte ihn riechen. Ich konnte ihn sehen. Die Sonne, die hell am schäfchenwolkenbemalten blauen Himmel stand. Kein Dunkelgrau, kein wütendes Blaugrau das ein Unwetter weckt, sondern helles Blau. mit weißen Wattewolken als würde sich augenblicklich ein Engel darauf setzen, der fröhliche Gedankenblitze auf die Erde wirft. Die ersten pastellgrünen zarten Knospen an Bäumen und Sträuchern.
Die Sehnsucht nach Liebe, nach Nähe, nach Geborgenheit war heute wieder meine Begleiterin. Meine Gefährtin die mich ab und zu in die Seite kneift, dass es schmerzt.
Die Sehnsucht einen Menschen wahrlich lieben zu können, keimte in meinem Ich. Nicht diese Art von Liebe, wenn dir ein symphatischer Mensch gegenüber steht und dein Herz einen Purzelbaum schlägt. Eher eine Art Liebe, die so tief in dich eindringt, die dich Freund werden lässt . Eine Liebe die dich zu schätzen lernen lässt, die dich beflügelt wenn du niedergeschlagen bist.
Es wirkt manchmal befremdlich, auf diese Art zu lieben, aber gerade dieses Kribbeln im Bauchbereich, auch wenn es einem akuten Magengeschwür sehr ähnelte, hoffte ich Wurzeln zu finden und irgendwann im Irgendwo bei irgendwem anzukommen.
"Das hier ist ein Postkartenmotiv aus dem Augenblick." dachte ich und lächelte vor mich hin.
Ich hielt meine Handykamera auf das atemberaubende Motiv. Ich knipste los. Einmal, zweimal, noch von der anderen Seite einmal, zweimal......
Dann sah ich sie. Sie stand neben mir. Ihr Anblick gefiel mir so sehr, dass ich es nicht lassen konnte meinen Blick von ihr zu lösen. Nahezu jede ihrer Handlungen, Bewegungen saugte ich auf. Sie war viel kleiner als ich. Schlank aber nicht dünn. Ihr langes welliges Haar ist zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ein paar freche mittelbraune wellige Strähnen umrahmten ihr Gesicht. Dieses eigentlich schon Voyeuristische beschämte mich ein wenig. Es war ein sonniger Frühlingstag da bekamen die Sonnenstrahlen und die Endorphine wieder Freigang durch den gesamten Körper und ließen mich meinen Grundsatz des Bedachts vergessen.
Wie Atlas der das Gewölbe des Himmels auf Händen trägt, stand ich da, sah sie an, wünschte, dass sie fühlt, dass ich sie ansehe. Ich fühlte wie ich mich für einen Moment vorlor. Sekundenliebe oder Endrophinrausch.
Sie blickte kurz auf, sah mich kurz an, oder eher an mir vorbei, konzentrierte sich auf ihr Kamera und drehte mir den Rücken zu.
"Sie sieht mich nicht." dachte ich leicht enttäuscht.
Ich brauchte eigentlich nur ein paar Schritte nach vorne zu machen und sie anzusprechen. Ich traute mich nie eine Frau anzusprechen.
"Du bist zu blöd zum Flirten," neckten mich meine Freunde. Mein Sexleben war nicht gerade das, worüber ich stolz sein konnte. Ein paar kurze Flirts, zwei One-night-stands, davon einer mit Folgen.
Traurigkeit umhüllte mein Herz. Und viel Liebe.
Plötzlich drehte sie sich um und unsere Blicke trafen sich. Ich weiß nicht mehr wie lange wir uns anstarrten. Vielleicht war es nur ein einziger Augenblick. Vielleicht war es eine kleine Ewigkeit. Das Zeitgefühl war weg. Ich sah in zwei große bernsteinfarbene lächelnde Augen.
Sie lächelte mich an. Es war das schönste Lächeln, das ich je gesehen habe. Ich konnte nicht anders, ich musste einfach zurücklächeln.
Dann drehte sie sich um und entfernte sich von mir.
Ich sah ihr nach in der Hoffnung sie würde stehen bleiben und warten dass ich sie einhole. Sie sah noch einmal zurück und dann verschwand sie unter der Menschenmenge.
"Das halte ich fest, dachte ich und lächelte vor mich hin. "Daran möchte ich mich ab und zu erinnern, wenn ich das Bedürfnis nach körperlicher Nähe habe."
Und dann berührt mich
das mir noch unbekannte Gefühl.
Spricht mit seinen sanften Farben:
“Komm. Komm genieße es.”
während es ganz langsam meine Arme
mit seinen warmen Strahlen bedeckt,
auf meinem Gesicht verweilen wollend,
um dann meine Augen mit Leben zu füllen.
“Komm. Komm lass deine Gedanken fliegen
hin zu ihr."
"Du Idiot!" schimpfte ich mit mir in Gedanken."Stellst dich an wie ein pubertierender Teenager. Hättest sie ansprechen müssen. Die ist es, aber du musst ja wieder alles vermasseln mit deiner Tolpatschigkeit."
Ich fischte mein Handy aus der Jackentasche und kramte aus der Handytasche nach meiner Visitenkarte und notierte das was ich an ihrem Rucksackanhänger las.
"Witzbold!" machte ich mich über mich selbst lustig. Ich steckte die Visitenkarte zurück. "Man weiß ja nie...." dachte ich.