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Die Legende der Seerose

Posted by Émilia Rennart Labels: , , , , ,

 Lieber Lenart,


ich danke dir recht herzlich für deinen Seerosengruß!

Du hast dich in meinem Gedankenlabyrinth verirrt, lieber Liam. Auch wenn mein Alltag die Zeit für sich gepachtet hat, muss ich manchmal an dich denken. Heißt das, dass ich auf den Weg zu dir bin? Zumindest gedanklich.

Du hast nur einen einzigen Augenblick der Seerose eingefangen.

Eines Morgens, als sich der Sonnenaufgang im See spiegelte und das Morgenrot die Seerose in ein wunderschönes purpurfarbenes Licht hüllte, schnappte ich meine Malsachen und lief ich so schnell ich konnte zur See.

Mit jedem Pinselstrich habe ich der Seerose auf meiner Leinwand auf meine Art ein Stück Leben gegeben.

Du brauchst vielleicht nur einen einzigen Augenblick aus der Zeit, um etwas Wunderbares für lange Zeit festzuhalten. Ich aber bin eine Augenblicksammlerin und brauche viel Zeit.

Ist das eine Antwort?



Liebe Grüße Amalie



P.S. Ich erzähle dir noch die Legende der Seerose.

Nymphen sind anmutige weibliche Naturgeister aus der griechischen und römischen Mythologie. Eine solche Nymphe fiel in eine große, aber unerwiderte Liebe zu Herakles. Der Legende nach starb eine dieser Nymphen an unerfüllter Liebe. Die Götter hatten Mitleid mit ihr. Sie ließen sie als Seerose wieder auferstehen. Bei den Griechen heißt sie deshalb auch Herakleios. Seerosen werden von Nixen beschützt: Wer den Seerosen ein Leid tun will, der wird von den Nixen in die Tiefe gezogen, so heißt es in einer alten Sage.

Ich glaube nicht an Nixen und deren Magie. Es gibt aber Menschen, die eine enorme Anziehungskraft haben.

Er ist in meinen Gedanken

Posted by Émilia Rennart Labels: , , , ,

  


Amalie



Ich wachte auf. Nacht und Tag umarmten sich in einem Morgen. In diese Stille des neu geborenen Morgens lächelte ich hinein.

Verlorene Sonnenstrahlen der Morgensonne zeichneten orangefarbene Schatten auf die Wand. Ich schloss die Augen und träumte ihn. Seine grüngoldfarbenen Augen sehen mich an. Ich spiegele mich in ihnen. Ein sanftes Lächeln umspielt seinen Mund.

Ich lächele. Ich zeichne zärtlich mit den Fingern Kreise auf seine Brust. Ich berühre seine Lippen in einem ganz sanften Kuss, bis dunkelrot Liebe alle Sinne belebt. Mein Herz rennt mir fast davon.

"Frag’ mich nicht…….frag’ mich nichts in dieser Nacht." träume ich. Ich küsse ihn leidenschaftlich und umarme ihn ……Fühle seine warme Haut unter meinen Fingerkuppen knistern....Milch und Honig....Ich rieche Milch und Honig. Seine Haut duftet danach. Ich küsse sein Schlüsselbein, wandere küssend zu seinem Hals, küsse...



Der Handywecker riss mich gnadenlos aus dem Traum aus ich seine pochende Halsschlagader küssen wollte.

Es dauerte noch eine winzige Ewigkeit bis mein Puls sich normalisierte.

"Eule du!" schimpfte ich mit mir. "Da schreibt dir ein Mann den du ein einziges Mal flüchtig gesehen hast ein paar schnulzige Worte und du träumst ihn. Na und...." schimpfte ich in Gedanken weiter mit mir, "er hat dir geschrieben. Das ist auch schon alles. Hast sonst nichts zu denken? Denke an dein Studium und konzentriere dich darauf. "

Wieder spazierte er in meinen Gedanken. Ich widmete mich dem Papierberg, um ihn Stück für Stück abzutragen. Ich bemühte mich nicht an ihn zu denken und mich auf meine restliche Arbeitszeit zu konzentrieren. Aber er verschwand nicht aus meinen Gedanken.

Endlich habe ich die restlichen zwei Stunden geschafft und endlich konnte ich aufatmen. 

Feierabend und er war immer noch in meinen Gedanken.



Draußen regnete es. Ich konnte es kaum erwarten nach Hause zu kommen. Ich freute mich auf ein warmes Bad, auf einen leckeren warmen Kakao und auf meine neue Couch.

"Soll ich auf seinen Brief antworten?" dachte ich. "Ich bin unsicher. Und ich bin neugierig auf ihn."

Zu Hause angekommen, in meiner vorstädtischen Gemütlichkeit, streifte ich meine Kleidung ab und legte mich in das warme nach Milch und Mandeln duftende Schaumbad.

Ich genoss es, nach einem langen und stressigen Arbeitsag ausgiebig zu baden. Ich wusch und kurte meine langen Haare. Wärend die Haarkur ihre Wirkung enfaltete dachte ich darüber nach, ob ich ihm schreiben sollte.

Ich stieg langsam aus der Badewanne, trocknete mich ab, wickelte einen Haartuch-Turban um meine Haare, schlüpfte in meinen himmelblauen Frotté-Bademantel.

"Kopf oder Zahl?" fragte ich mich. "Kopf bedeutet ja, Zahl bedeutet nein."

Ich nahm eine Münze und ließ sie auf die Tischplatte im Wohnzimmer fallen.

"Kopf! Aber ja, ich schreibe ihm." murmelte ich vor mich hin.





Nur eine Umarmung

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 Lenart


 Ich träumte davon, dass ich sie umarme. Joe Dassin hat es in einem Lied auf den Punkt gebracht:
Da sind die Mädchen, von denen wir träumen
Und die, mit denen wir schlafen
Da sind die Mädchen, die wir bereuen
Und die, die uns mit Bedauern zurücklassen
Da sind die Mädchen, die wir lieben
Und die, die wir hätten lieben können
Und dann, eines Tages, ist da die Frau
auf die wir gewartet haben.
Irgendwie, ungefähr. ein bisschen aber nicht ganz triift der Liedtext auf mich zu. 
Das ist wirklich paradox, denn ich kannte sie nicht und hatte nicht damit gerechnet sie wieder zu sehen. Doch manchmal verfahre ich mich einfach in den Emotionen. 
Ich träume gelegentlich. Ich denke über etwas oder jemanden nach un dann verlaufe ich mich ganz unbewusst in diesen Zustand. Ich träume aber auch ganz realistisch von meinen Zielen, die ich mir irgendwann einmal gesteckt habe, träume von meiner Zukunft. Von Zeit zu Zeit rückt alles immer weiter von mir weg und bleibt unerfüllt, aber ich versuche es mir immer wieder auf meiner Landkarte des Lebens vor Augen zu halten.
Doch ich träume oft von der Sehnsucht, dass ich eines Tages finde, wonach ich eigentlich mit tiefstem Herzen, , suche. Ich träume dann davon, sie zu finden, die ich lieben kann und die mich liebt. Sie, die mich liebt wie ich bin, die mich so annimmt mit allem was mich ausmacht.
Ich träumte von ihrem weichen Körper der sich leicht an mich schmiegt und von Armen die mich mich umhüllen, nicht einsperren oder beengen, sondern wärmend umfassen.
Ich lege meine Arme um ihre Mitte und drücke sie ganz fest an mich. Ich spüre ihren Herzschlag an meinen Rippenbogen pochen. Ich küsse sie. Sie ist so honigsüß und ich hätte schwören können, ich wäre im Paradies. 
Ein weiterer Kuss der sich durch alle Adern bis ins Herz drückt, folgt dem ersten. "Sie bahnt sich ihren Weg durch alle Sinne." denke ich. Ich will dieses Gefühl zelebrieren und verliere scheinbar den Boden unter meinen Füßen. Ich möchte noch lange dieses Glück festhalten, es teilen. Jetzt will ich klar sein. Hier sein. Eins mit dem Moment. Ein Teil von ihr. Ein Liebe. Nur diese Minuten. Nur diese Stunden. Nur diese Nacht. Gemeinsam.
Ich fühle wie ich mich entfalte, ich fühle den heißen Samen über meinen Bauch und Schenkel pulsieren und schrecke auf.
Ich wollte schnell in den Traum zurück kehren, aber ich war wach. Hellwach.
Ich schloss die Augen um den Traum noch einmal in meine Gedanken zu rufen. Der Wecker riss mich brutal aus den Gedanken.

Ich duschte, trank einen Cappuccino und fuhr zum Dienst.

Am späten Nachmittag entdeckte ich in meinem Briefkasten einen orangefarbenen Umschlag. Ich öffnete ihn mit dem Taschenmesser an meinem Schlüsselbund. 
Mein Herz schlug Purzelbäume.
Ich laß;