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Die nächste Zeit

Posted by Émilia Rennart Labels: , , , , , ,




 Amalie


Die nächste Zeit verging wie im Flug. Ich ging zu den Vorlesungen, lernte für Klausuren, traf mich mit Freunden und verbrachte viel Zeit mit Lernen. Wenn das Wetter es zuließ war ich am Fluss. Joggen, radfahren, fotographieren oder einfach nur spazieren.

Ich dachte nicht mehr an ihn. Die erste Zeit hatte ich Träume über Dinge die ich gar nicht nachgedacht habe. Ab und zu kamen seine Blicke und sein Lächeln darin vor. Irgendwann hatte ich keine schlaflosen Nächte mehr. Wozu denn auch? Menschen lächeln sich an. Normales zwischenmenschliches Verhalten.


Am letzten Apriltag des Jahres 2013 war ich mit Freundinnen unterwegs. Ich war etwas aufgeregt und konzentriere mich au mein Aussehen.

Ich trug ein dunkelrotes Kleid unter meinem schwarzen Frühjahrstenchcoat. Es war schlicht geschnitten aber es kleidete mich gut und betonte meine Figur. Ich trug außerdem schwarze Schuhe mit zehn Zentimeter Absatz. Viel zu viel für eine Maifeier, aber ab und zu brauche auch ich diese Zusatzgröße.

Ich freute mich auf die Feier, auf die Freunde. Ich tanzte die halbe nacht durch, schloss mich Unterhaltungen an, flirtete ein wenig,  - wenn man es so nennen darf - wenn man jemanden anlächelt, ein paar nette Worte mit ihnen wechselt. Ich redete viel mit Jan, dem Gastgeber der Schrebergartenlaube, half ihm bisschen beim Aufräumen. Wir erzählten uns von der Uni, er studierte wo anders. Wir lachten viel. Er mochte mich und ich ihn irgendwie auch. Ich unterhielte auch mit meinen beiden Freundinnen und deren Freunde und irgendwann am frühen Morgen des ersten Tages im Mai brachen wir auf. Und ich schaffte es durch den Abend ohne zu stolpern, oder umzuknicken mit den Schuhen.  Ausgetobt und freute mich auf mein Bett.
Ich machte mich bettfertig und schlief sofort ein. Den ersten Maitag verbrachte ich mit der Familie.


Am Nachmittag des 3. Mai als ich von der Uni nach Hause kam, öffnete ich routinemäßig den Briefkasten und zwischen den Briefen entdeckte ich seinen Brief.
Der Absender sagte mir nichts. Ich kannte niemanden der Lenart hieß. Ich eilte ins Haus, ging in mein Lernzimmer, suchte nervös nach dem Brieföffner und neugierig öffnete ich den Brief.
Seinen Brief. Ich betrachtete lange das beiliegende Bild. Ich sah zartgrüne winzige Seerosenblätter. "Ich habe meine Bilder doch gar nicht ausgedruckt," dachte ich.
Ich roch am Briefpapier. "Es riecht irgendwie nach Wasser, so wie es am Fluss riecht. Frisch und erdig." murmelte ich vor mich hin. Selbstgespräche führen nur Verrückte!" fiel mir Omas Spruch ein und musste lächeln. Dann enfaltete seinen Brief las;

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