Heute vor 14 Jahren - Amalie
Posted by Labels: Amalie, Denke das Leben schön, Der Weg zurück. Amalie, Fragmentarium, Fragmente, wir sind keine EngelHeute vor 14 Jahren sah ich diese Frühlingsflusslandschaft. Ich hatte das Bedürfnis alles festhalten zu müssen. Alles was mich umgab, jeden frühlingsfarbenen Moment wollte ich in mich aufnehmen, als hätten wir Menschen eine Herz-und Gedankenkamera im Ich eingbaut, wollte ich die pastellfarbene Flussnatur festhalten.
Als ob die Natur eine Gedankenleserin wäre, öffnete sich vor mir der Himmel, gab alle Schäfchenwolken frei und die ersten Sonnenstrahlen der Morgensonne lagen mir zu Füßen. Die Weite dieses Stückchen Natur gehörte für einige Augenblicke... mir....mir allein.
Ich fotografierte alles um mich herum. Den Himmel, den Fluss, die Bäume, das Flussufer. Das Seerosen-Vivarium neben dem Fluss.
Ich trug schlichte dunkelblaue Jeans, einen milchkaffeefarbenen dicken Pullover, espressofarbene Sneakers und einen esspressofarbenen Trenchcoat. Ich war nicht geschminkt und mein mittelbraunes langes welliges Haar hatte ich zu einem schlichten Pferdeschwanz gebunden. Ein paar Strähnen befreien sich immer irgendwie und umrahmen mein Gesicht. Meine Augen sind groß und bernsteinfarben und meine dunklen Wimpern sind außergewöhnlich lang.
Ab und zu male ich meine Lippen mit einem transparenten Lipgloss an, an jenem Tag jedoch nicht.
Ich stand am Vivarium, betrachtete die ersten zarten pastellgrünen Seerosenblätter, die sich nur schüchtern auf der glatten Oberfläche des Wassers hin und her wiegten, als würden sie mit dem Frühlingswind tanzen.
Ich fühlte mich beobachtet und schaute zur Seite. Direkt in ein paar grünbraune Augen. Er stand etwa einen Meter von mir entfernt und starrte mich an.
Ich konnte nicht anders und starrte zurück. Sein Haar war blond, eher rotblond und leicht gelockt. Er trug es kurz, aber nicht so ganz kurz, so dass es etwas strubberlig wirkt. Seine Gesichtszüge waren weich, aber sehr männlich und sein Mund war zu einem leichten Lächeln geformt.
Ich stellte mir vor, wie dieser Mund meine Lippen und meine Haut berüht und mir wurde ganz warm.
"Hoffentlich ist mein Gesicht nicht tomatenrot," dachte ich.
Ich lächelte höflich zurück. Drehte mich um und ging einfach weiter.
Ich schaute nach einer Weile zurück und er starrte mir immer noch nach. Sein Blick hatte etwas in sich, was mich den ganzen Abend beschäftigte.
"Waren seine Augen tatsächlich grünbraun? Sie hatten aber auch einen goldbraunen Unterton. Abendrot am See. Grüngoldfarben.
Ja grüngoldfarben nenne ich seine Augenfarbe.


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